Die Finalisten 2026
Großunternehmen
ebm-papst
Die ebm-papst Gruppe ist weltweit führend bei Ventilatoren. Mit der digitalen Plattform NEXAIRA entwickelt sich das Unternehmen vom Hardwarehersteller zum Lösungsanbieter. Die Plattform bildet komplette Kühl- und Lüftungssysteme als digitalen Zwilling ab und optimiert sie mithilfe von KI. Sie prognostiziert den Kühlbedarf, steuert alle Komponenten automatisch und erkennt Ineffizienzen frühzeitig. So werden Anlagen effizienter, langlebiger und günstiger im Betrieb. In Rechenzentren lassen sich bis zu 50 Prozent Kühlenergie sparen. NEXAIRA lässt sich über offene Schnittstellen in bestehende Industrie- und Gebäudeleitsysteme integrieren – und macht aus Ventilatoren intelligente Energiemanager.
Rheinmetall AG
Ladesäulen brauchen Platz – und den gibt es in Städten oft nicht. Deshalb hat Rheinmetall den Ladebordstein entwickelt. Dieser lädt Elektroautos mit bis zu 22 Kilowatt. Das System funktioniert zuverlässig bei jedem Wetter. Für zentrale Funktionen wie Nutzung, Dichtigkeit und Heizsysteme hat Rheinmetall rund 30 Patente angemeldet. Der modulare Aufbau senkt Installationskosten und ermöglicht einfache Wartung. Pilotprojekte zeigen zudem: die Nutzer sind in vielerlei Hinsicht vom Ladebordstein überzeugt. So entsteht Ladeinfrastruktur genau dort, wo ihr Einbau bisher schwierig war – mitten in der Stadt.
Schaeffler AG
Das Schaeffler Industrial Metaverse hebt die industrielle Automatisierung auf ein neues Level. Es entstehen digitale Zwillinge kompletter Fabriken, Maschinen und Produktionsprozesse. Physische KI wird eingesetzt, um räumliche Zusammenhänge zu erkennen und Sensorinformationen zu interpretieren. In dieser virtuellen Umgebung trainieren Roboter ihre Bewegungen. Komplexe Montageabläufe werden optimiert – bevor sie in der realen Produktion eingesetzt werden. So lassen sich erstmals Aufgaben automatisieren, die bisher als nicht automatisierbar galten. Produktionsanläufe werden schneller, Kosten sinken und die Prozessstabilität steigt.
Mittelständische Unternehmen
3D Global GmbH
3D Global hat eine Technologie entwickelt, die räumliches Sehen ohne Brille oder Headset ermöglicht – und das in Echtzeit. Das Unternehmen liefert seinen Kunden dabei nicht nur einen Bildschirm, sondern eine komplette 3D-Prozesskette. Sie reicht von optimierten 3D-Kameras mit eigener Software für Belichtung, Verzerrungsausgleich und Fokussierung über eine Bildverarbeitung mit Reaktionszeiten von rund 20 Millisekunden bis zur präzisen subpixelbasierten Ansteuerung der 3D-Displays und Headtracking. KI kann zudem aus gewöhnlichen 2D-Signalen dreidimensionale Bilder erzeugen. So entstehen stabile 3D-Darstellungen aus jedem Blickwinkel – ohne Schwindel oder Kopfschmerzen. 3D Global eröffnet so neue Möglichkeiten in Medizin, Industrie, Forschung und Entertainment.
Elmos Semiconductor SE
Kleinster Quantenzufallszahlengenerator der Welt
Unsere digitale Welt basiert auf Verschlüsselung – und damit auf Zufallszahlen. Doch viele Systeme arbeiten bis heute mit Pseudozufall, der sich durch die rasante Entwicklung von Rechenleistung und KI zunehmend vorhersagen lässt – ein Sicherheitsrisiko. Deshalb hat Elmos Semiconductor den kleinsten Quantenzufallszahlengenerator der Welt entwickelt. Der Generator sitzt auf einem einzigen Chip und erzeugt Zufallszahlen direkt über Quantenprozesse. Vier Photonen werden ausgesendet, ihr Eintreffen auf einem Detektor wird gemessen – und daraus entsteht eine echte, nicht vorhersagbare Zufallszahl. Dank Standard-CMOS-Technologie lässt sich der Chip kosteneffizient herstellen und die energieeffiziente Architektur ermöglicht die Integration in Millionen Geräte. So wird echte Quantenzufälligkeit erstmals skalierbar.
ViscoTec Pumpen u. Dosiertechnik GmbH
Damit Batterien ihre volle Leistung erreichen, muss sich die Elektrolytflüssigkeit beim Befüllen der Batteriezelle vollständig und gleichmäßig in der Zellstruktur verteilen. ViscoTec hat dafür eine Dosierpumpe entwickelt. Sie erzeugt zunächst ein Vakuum und befüllt die Batteriezelle anschließend druckgeregelt und volumetrisch. So dringt der Elektrolyt vollständig in alle Poren der Zellstruktur ein – ohne Luftblasen. Das verbessert die elektrische Leitfähigkeit und stabilisiert die interne Struktur der Zelle. Leistung, Ladefähigkeit und Effizienz verbessern sich. Taktzeit und Ausschuss werden reduziert. Die Technologie lässt sich flexibel auf verschiedene Zelltypen und Batteriegrößen anpassen – und stärkt damit die Batteriefertigung in Deutschland und Europa.
Start-ups
elementarhy GmbH
Grüner Wasserstoff gilt als ein Schlüssel für die klimaneutrale Produktion. Doch bei seiner Herstellung gibt es ein großes Problem: Sie benötigt seltene und teure Rohstoffe wie Iridium und Platin. Elementarhy hat dafür eine neue Membran-Elektroden-Einheit für die PEM-Elektrolyse entwickelt – die sogenannte e|MEA. Durch ein neuartiges Plasma-Beschichtungsverfahren wird der Einsatz dieser kritischen Metalle um bis zu 95 Prozent reduziert – bei gleichbleibend hoher Leistung. Das senkt die Kosten von Elektrolyseuren deutlich und verringert die Abhängigkeit von knappen Rohstoffen. Die modular aufgebaute MEA ist recycelbar und an verschiedene Elektrolyse-Systeme anpassbar – und kann so die Skalierung der grünen Wasserstoffwirtschaft entscheidend beschleunigen.
epiray GmbH
Moderne Technologien – von Mikrochips zu Solarzellen – basieren auf Kristallstrukturen. Der Aufbau dieser Strukturen ist der erste und entscheidende Schritt in der Herstellung elektronischer Bauelemente. Epiray hat dafür ein neues Verfahren entwickelt: die thermische Laserepitaxie. Dabei erhitzen Laser sowohl das Substrat als auch die Quellmaterialien und ermöglichen hochreine, kristalline Schichten mit bislang unerreichter Präzision. Durch die hohen Prozesstemperaturen können Materialklassen synthetisiert werden, die mit herkömmlichen Verfahren schlicht nicht herstellbar sind. Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren kürzere Zykluszeiten und einen bis zu zehnfach höheren Durchsatz – und eröffnet neue Perspektiven für Halbleiter und Quantentechnologien.
syte GmbH
Energiewende, Wohnraummangel und Klimaschutz im Gebäudesektor stellen Projektentwickler und Bauplaner vor enorme Herausforderungen. Vor Beginn jedes Bauprojektes sind viele Informationen manuell zu prüfen – oft in wochenlanger Arbeit. Die Plattform syte GeoAI hilft, diesen Prozess wesentlich zu verkürzen. Sie bildet rund 62 Millionen Grundstücke und Gebäude in Deutschland als digitale Zwillinge ab und verknüpft Kataster-, LiDAR-, Luft-, Satelliten- und Marktdaten. Die KI analysiert Baurecht, Energiebedarf, PV-Potenziale, Nachverdichtungsmöglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit verschiedener Maßnahmen. So lassen sich Sanierungen, Neubauten und Genehmigungsverfahren deutlich schneller planen – und zentrale Ziele wie Energiewende, Wohnraumentwicklung und Verwaltungsdigitalisierung voranbringen.




